LebensMittelpunkt Garten e.V.

27.03.2019 Wildkräuter

Vitale Wildkräuter, unerwünschte Gartengäste ausreißen oder aufessen?

Am Mittwoch, 27.03. fand die erste Jahresveranstaltung des Vereins LebensMittelPunkt Garten im Foyer der PerNaturam GmbH statt. Das Thema: „Vitale Wildkräuter, unerwünschte Gartengäste ausreißen oder aufessen?“ stieß auf reges Interesse. Das Foyer war voll besetzt, nicht zuletzt wegen der guten Zusammenarbeit mit den Gödenrothern Landfrauen.

Der Diplom-Ökologe und Phytotherapeut (Pflanzenheilkundler) Manfred Hessel stellte die Besonderheiten, Ansprüche und Verhaltensweisen von Vogelmiere, Löwenzahn, Brennnessel, Giersch und Co. vor. All diese Kräuter enthalten wertvolle Pflanzeninhaltsstoffe, Mineralien, Spurenelemente, Vitamine und Enzyme, die den Stoffwechsel anregen und z. B. Leber, Galle, Niere oder Bauchspeicheldrüse unterstützen. Die Gartenkräuter können vielfältig genutzt werden, als Salat, Gemüse, Tee, als Gewürz in Suppen und Eierspeisen, die Samen geröstet oder als Keimlinge. Herr Hessel betonte die Grünkraft der Pflanze, die unglaubliche Energie, das verschwenderische Wachstum und die immense Samenproduktion. Diese Vitalität, Hildegard von Bingen bezeichnete sie als Viriditas - Grünkraft oder Spannkraft -, gilt es zu nutzen. Smoothies müssen nicht aus Spirulina, Moringa oder Maca zubereitet werden, Vogelmiere, Gartenschaumkraut, Brennnesselsamen oder Giersch stehen diesen Produkten an „Viriditas“ in nichts nach.

Herr Hessel gab noch wertvolle Tipps, wie man mit Mulchdecken aus Eichenlaub oder Nussbaumblättern unerwünschten Wildwuchs eindämmen kann und riet dazu, sich mit den Pflanzen zu arrangieren. Man kann einen aussichtslosen Kampf im Garten führen, man wird dabei immer verlieren. Man kann aber z. B. Brennnesseln einen Platz zuweisen, in dessen Rahmen sie sich entfalten dürfen. Dort können sie von uns Menschen, aber vor allem auch von Schmetterlingen und anderen Insekten genutzt werden.

Wir tun das für uns, für unsere Seele, für ein einvernehmliches Leben in der Natur.